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IMDb-ID
tt0133093
TMDB-ID
TMDB: 603
Movie-ID
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Startdatum
Start: 21.09.2026 oder Start: 2026
Dauer
Dauer: 120 (Minuten)
Regie
Regie: Nolan
Drehbuch
Drehbuch: Nolan
Cast
Cast: Reeves

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Erwähnungen

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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Inspiriert von den Physikern, die die sowjetische Atombombe entwickelten, begleitet der Film DAU einen brillanten, in Griechenland geborenen Physiker durch vier turbulente Jahrzehnte in der UdSSR. Getrieben von dem Wunsch, die Gesetze des Universums zu entschlüsseln, gerät der idealistische Dau in den Dienst des Staates und wirkt an der Entwicklung einer der tödlichsten Waffen der Geschichte mit. In einem geheimen Forschungsinstitut wird das Leben von wissenschaftlichem Ehrgeiz, Machtstreben, Überwachung und Privilegien bestimmt. Während seine persönliche Freiheit zunehmend schwindet, sucht Dau außerhalb seiner Ehe in einer Reihe von Affären nach Freiheit – und verliert dabei allmählich sowohl sich selbst als auch seine Fähigkeit zu lieben.

Quelle: themoviedb.org

Kritik

Aus einer Perspektive zynischer Zeitgeistigkeit ist die Mostra der ideale Ort für Ilya Khrzhanovskys jüngsten Teil seines monströsen Monumentalwerks Dau. Dessen 14 Spielfilme, 13 davon angeordnet um ein sogenanntes „Master Feature“, sind ihrerseits Teil eines Konzeptwerks aus drei TV-Serien sowie Immersive Installationen und Architektur-Ausstellungen und dazu einem digitalen Forum. Jenes monomanische Konstrukt um den sowjetischen Physiker Lev Landau fände auf der Biennale nicht nur in seiner Gesamtheit Raum. Die fragwürdige politische Positionierung der kontroversen Kulturveranstaltung mit ihrem künstlerischen Leiter Pietrangelo Buttafuoco aus Italiens neo-faschistischer Riege spiegelt trefflich den Geist des Gesamtprojekts. 

Nominell ist es ein Biopic des sowjetischen Physikers und Nobelpreisträgers Lev Landau, mit authentischer Egozentrik verkörpert von Musiker und Dirigent Teodor Currentzis. Seine Mitwirkung ist aufgrund seiner profitablen Verbindungen zum russischen Regime Teil der verschachtelten Kontroverse um Dau. Der Titel zitiert den Spitznamen Landaus, der sich vom idealistischen jungen Kommunisten zum energischen Dissidenten entwickelte. Stalins Großer Terror, dem zahlreicher Wissenschaftler-Koleg*innen am ukrainischen Institut zum Opfer fielen, motivierte ihm zu einer fatalen Protestschrift. Nach einjähriger Folterhaft arbeitet Landau als „gebildeter Sklave“ bis zu Stalins Tod 1953 an Russlands Atombombe und blieb de facto Staatsgefangener.

Tatsächlich faszinieren Khrzhanovsky augenscheinlich Totalitarismus und Terror absoluter staatlicher Macht, sowohl in inszenierter Theorie als auch real umgesetzt in einer abgeschlossenen Simulation. Die Vorwürfe physischer und psychischer Gewalt, gegen Darstellerinnen und Mitwirkende, die in den dort entstandenen Filmen DAU. Natasha und DAU. Degeneration sichtbar sei, hatten für den Projektleiter und Regisseur offenbar keine Konsequenzen. Jeder zahle den Preis für seine Entscheidungen, sagt er im Interview. Doch seine Rechnung blieb offenbar bei etwas negativer Presse. Derlei ist fast wieder Lob aus Sicht eines Zielpublikums, dass seine eigene Unterhaltung über die Unversehrtheit der Mitwirkenden stellt. 

Doch der neue Dau, der Über-Film im Zentrum des Franchise, das quasi ein manischer Marvel-Kosmos für sensationalistische Akademiker mit Arthouse-Affinität ist, entstand laut des Regisseurs außerhalb der übergriffigen Projektsphäre. Deren Schatten das Festival-Spotlight auf den Werttbewerbsfilm ebensowenig dämpft wie die Begeisterung eines Zielpublikums, das unter „künstlerischer Freiheit“ das konsequenzenlose Handeln privilegierter Männer im Rausch ihres vorgeblichen Genies versteht. Dieser Umstand sagt mehr über totalitaristische Tendenzen der Gegenwart und populistische Perversion. Das über dreistündige Szenario ist visueller und akustischer Malstrom, erratisch, fragmentiert und desorientierend, um von der eigenen voyeuristischen Banalität abzulenken. 

Der Protagonist ist das pseudo-provokante Stereotyp des widerspenstigen, wehmütigen Wissenschaftlers und Geistesgiganten, dessen brillanter Geist die brutale Realität zu spät erfasst. Seine emotional überbedürftige Gattin Nora (Radmila Shchogolieva) ist eine von vielen Affären, die als Aspekt kurioser humanistischer Studien ausgelegt werden. Seine ethischen Überzeugungen bringen ihn in die Klauen des KGB, aus dessen infernalischer Haft ihn sein Kamerad Kruptisa (Anatoly Vasilyev als fiktionalisiertes Alter Ego Pyotr Kapitsas) befreit und nebenbei auch gleich Landaus Verrat an ihm verzeiht. Titanische Szenenbilder zwischen Industrial Design und Brutalismus sind noch das originellste an dem selbstverliebten Spektakel. 

Fazit

Sexualisierte, psychische und physische Gewalt, Inzest, Erniedrigung, Körperflüssigkeiten aller Art, wissenschaftliche Horror-Szenen zwischen Dystopie und grausiger Retro-Fiktion wollen in Ilya Khrzhanovskys filmischen Porträts eines gebrochenen Geistes verkrampft schockieren. Sonore Soundeffekte symbolisieren die permanente Überwachung innerhalb des historischen Zeitbilds, schiefe Kamerawinkel die Verformung des Individuums zum staatskonformen Einheitswesen. Derlei Analogien sind ebenso plakativ wie abgenutzt in der tot-stilisierten Story, deren bombastische Kulissen den sowjetischen Staatsapparat in Form maschineller Fabrikgebilde evozieren. Paradoxerweise ersticken die überbordenden inszenatorischen Manierismen und apokalyptische Ästhetik die kargen Reste des Plots. Hüllenhafte Figuren und pathetische Darstellungen machen den egomanischen Exzess so ermüdend wie in seinen Affiliationen ethisch fragwürdig. 

Kritik: Lida Bach

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