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IMDb-ID
tt0133093
TMDB-ID
TMDB: 603
Movie-ID
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Startdatum
Start: 21.09.2026 oder Start: 2026
Dauer
Dauer: 120 (Minuten)
Regie
Regie: Nolan
Drehbuch
Drehbuch: Nolan
Cast
Cast: Reeves

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Quelle: themoviedb.org
  • 86 Min
  • Regie
  • Drehbuch
  • Cast

Inhalt

Ester Geislerová, der Tochter des Japanologen, Übersetzers, Journalisten, Pädagogen und Kalligrafen Petr Geisler (1949–2009), ist es gelungen, den besonderen Stellenwert ihres Vaters in der tschechischen Kultur des späten 20. Jahrhunderts (und darüber hinaus) einzufangen, ohne dabei die intimen, familiären, freudvollen und schmerzhaften Aspekte aus den Augen zu verlieren.

Kritik

Umso länger sich Ester Geislerovás biographisches Leinwand-Debüt hinzieht, umso erdrückender wird der Gestus von nostalgischem Narzissmus und scheinhistorischer Selbstdarstellung in einem Werk, das mit der vorgeblichen Geschichtlichkeit des Protagonisten augenscheinlich vor allem den eigenen Status aufwerten will. An subjektiven Lobpreisungen und unkritischen Überhöhungen mangelt es nicht in dem archivarischen Arrangement, das über durchscheinende Schattenseiten seines Charakters und dessen Wirkens beflissen schweigt. Diese spürbare Befangenheit ist kein Zufall, ist doch die Regisseurin die Tochter ihres Subjekts.

Das ist der 2009 mit 60 Jahren verstorbene tschechische Japanologe und Übersetzer Petr Geisler. Fotos, Schriftstücke, Zeichnungen, Ton- und Filmaufnahmen liefern eine formal abwechslungsreiche Folie für eine ungleich einförmige Überhöhung der außerhalb von Fachkreisen nahezu unbekannten Akademiker-Autorität. Während Geislrs Japanisch-Kenntnisse bewundert werden, gelten die Englisch-Kenntnisse der japanischen Kollegen als selbstverständlich. Diese eurozentrische Perspektive durchsickert auch den Off-Kommentar. Tschechisch-Japanische Übersetzungen waren rudimentär und rar zu Geislrs Anfangszeiten, und das Studium asiatischer Kulturen ein Novum. 

Es war, als würden Geisler und seine Universitätskollegen Außerirdische erforschen, heißt es in einer der Szenen, die auf einen zwiespältige Exotismus hinweist. Doch sensible Themen wie Exotismus, kolonialistische Perspektiven und Chauvinismus werden ebenso ausgespart wie der jahrzehntelange Alkoholismus des Hauptcharakters. Beim routinierten (Be)Trinken des verheirateten Familienvaters endet das Bagatellisieren. Auch seine Affären und das Vernachlässigen der Kinder wird teils banalisiert, teils legitimiert, teils ironisiert. Die exklusive Männer-Clique wird zum Emblem einer verlorenen akademischen Freiheit.

Fazit

Interessanter als das vielfältige Archivmaterial Ester Geislerovás persönlichen Porträts ihres Vaters Petr Geislers sind dessen psychologische und (auto)biographische Implikationen. Das kurz zuvor in einer selbst initiierten Ausstellung präsentierte Schaffen des Vaters zu zelebrieren dient der Regisseurin augenscheinlich der eigenen Aufarbeitung dessen ambivalenter Person. Mit deren problematischen Facetten und Konflikten werden jede charakterliche Komplexität, Individualität und zwischenmenschliche Dynamik verdrängt. Was bleibt ist eine Heimvideo-Hagiographie voller scheinheiliger Superlative, die weder als intimes Familienbild, noch als historische Hommage überzeugt. 

Kritik: Lida Bach

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