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IMDb-ID
tt0133093
TMDB-ID
TMDB: 603
Movie-ID
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Startdatum
Start: 21.09.2026 oder Start: 2026
Dauer
Dauer: 120 (Minuten)
Regie
Regie: Nolan
Drehbuch
Drehbuch: Nolan
Cast
Cast: Reeves

Bei Personensuchen erscheinen zuerst die Personen, darunter ihre passenden Filme und Serien.

Wichtig ist das der Name dennoch so komplett wie möglich geschrieben wird, da bei z.b. "Nolan" auch als Vorname existiert.

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Erwähnungen

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Benachrichtigungen

Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Spanien transformierte die Philippinen gewaltsam durch sexuelle Gewalt, Ausbeutung und religiöse Bekehrung. Tausende Einheimische kamen beim Bau von Kirchen im 17. Jahrhundert ums Leben; deren imposante Architektur zeugt als Denkmal von der Brutalität der Kolonialisierung.

Quelle: themoviedb.org

Kritik

Nachdem Magellan in den berauschenden Farben eines klassischen Gemäldes dem kolonialistischen Mythos des portugiesischen Entdeckers eine gleichsam brutale und bezwingende historische Revision entgegensetzte, redigiert Lav Diaz (Essential Truths of the Lake) nicht minder radikal eine noch umfassendere koloniale Ikonographie. Es ist die buchstäbliche Zementierung des christlichen Glaubens in den Philippinen; ein missionarisches Massaker, begleitet und bestimmt von Ausbeutung auf struktureller, spiritueller und sexueller Ebene. In seiner charakteristischen Monochrom-Optik und der ruhigen Immersion in das Alltagserleben der Einheimischen beschwört der Autorenfilmer die spanische Schreckensherrschaft. 

Deren Personifikation ist in der im Jahr 1617 angesiedelten Handlung der auf der Insel Luzon stationierte Padre Enciso (Bart GuingonaKeys to the Heart). Als Encomendero - ein königlicher Gesandter der Kolonialmacht, der als Herrscher über eine indigene Gemeinde eingesetzt wurde - sieht er die Landschaft und Menschen als eine schier unerschöpfliche Ressource im Dienste seiner perversen Machtansprüche und Hybris. Glaube, Gier und Gewalt katalysieren und bedingen einander, als Enciso seinen Plan zum Bau einer monumentalen Kirche in den Tiefen des Dschungels umsetzt. 

Als megalomanischer Ausdruck einer Ideologie der Überlegenheit, Unterdrückung und Unterwerfung ist das Gottesbild dieses Bauwerks Synonym für die spanische Krone und seine eigene Person. Die Körper der indigenen Bevölkerung werden zu Werkzeugen, die Stein von der Küste herschaffen. Das Land wird zum Warenlieferanten. Religiöse Repression und ideologische Invasion sind buchstäblich in Stein gehauen in der Architektur, die zugleich ihr Fortbestehen nährt und ihren blutigen Ursprung mit grandiosen Legenden von den Gaben der europäischen Zivilisation überschreibt. Das Versprechen von Transzendenz lanciert historischen Obskurantismus. 

Fazit

Pracht und Erhabenheit der kirchlichen Konstruktionen werden in Lav Diaz epischem Exkurs in ein verdrängtes Kapitel der philippinischen Kolonialgeschichte zum Synonym für die pompösen Lügenkonstrukte um ihre Errichtung. Asketische Chiaroscuro-Szenen exhumieren eine Vergangenheit, die in der katholischen Glaubensmehrheit der Gegenwart weiterlebt. Auf die gewaltsam erzwungene Errichtung der Kolonialbauten folgt deren erzwungene Huldigung. Bilder verstörender Schönheit, in denen das naturalistische Ensemble zum emotionalen Ankerpunkt wird, enthüllen den Sadismus und Zynismus eines monarchistischen Machtapparats, der die Ethik und Kultur zerstört, die er zu etablieren vorgibt.

Kritik: Lida Bach

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