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IMDb-ID
tt0133093
TMDB-ID
TMDB: 603
Movie-ID
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Startdatum
Start: 21.09.2026 oder Start: 2026
Dauer
Dauer: 120 (Minuten)
Regie
Regie: Nolan
Drehbuch
Drehbuch: Nolan
Cast
Cast: Reeves

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Vitellone

Kritik von Vitellone

Gesehen: August, 2016

„Wenn die Gondeln Trauer tragen“ ist das mosaikartige Psychogramm eines zerrütteten Familienvaters, der den überraschenden Tod seiner Tochter trotz vorgetäuschter Ignoranz nicht überwinden kann. Die Aufarbeitung persönlicher Verluste gehüllt in das Gewand eines psychologischen Thrillers. Was zwischen der virtuosen Eröffnung und dem sich einbrennenden Ende des Films liegt, wirkt mitunter fragmentarisch und unzugänglich, weil dieser Teil nur im Ansatz dramaturgischen Richtlinien folgt. Dazu tragen die ruckartigen Schnitte ebenso wie die assoziative Symbolik und die bewusst vage gehaltene Charakterzeichnung gleichermaßen bei und ehe man sich versieht, ist man in einer Welt aus schmerzhaftem Verlust gefangen. Bis man sich Nicolas Roegs Film jedoch im nötigen Maße hingeben kann, dauert es eine Weile, denn gerade den ersten Szenen nach der grandiosen Eröffnungssequenz fehlt es an Prägnanz und Wirkung. Der Regisseur baut Atmosphäre und Spannung nur sehr subtil und zu Beginn leider auch ein Stück weit zu langsam auf. Als allgegenwärtige Erweiterung von John Baxters (leidenschaftlich unterkühlt: Donald Sutherland) Innenleben dient Venedig, also der Ort des Geschehens selbst. Mit der von Touristen überlaufenen Stadt der Liebe hat das filmische Venedig jedoch wenig zu tun. Die winterliche Stimmung offenbart den (zwischenzeitlichen) Stillstand in Johns Inneren und anstelle von regen Trubel auf großen Plätzen gibt es nebelverhangene und von Ratten verseuchte Gassen zu sehen. Aus den im Sommer malerischen Kanälen werden Leichen geborgen, die Hotels schließen ihre Pforten und die Lokalitäten sind nur spärlich besucht. So steigert sich Johns Wahn innerlich und findet formal größtenteils in der Szenerie seine Entsprechung, bis das abrupte Ende ihn jeglicher Hoffnung beraubt. Ein niederschmetterndes Ende, das seine Zuschauer ein Stück weit geschockt zurücklässt.

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