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IMDb-ID
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TMDB-ID
TMDB: 603
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Startdatum
Start: 21.09.2026 oder Start: 2026
Dauer
Dauer: 120 (Minuten)
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Regie: Nolan
Drehbuch
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"Backrooms" erklärt: Woher der Horror-Hype kommt und warum aus einem YouTube-Phänomen ein Kinofilm wurde

OnealRedux

Von OnealRedux

Quelle: Backrooms
Bildnachweis: © Constantin Film | Szene aus "Backrooms"

Gelbe Tapeten, feuchter Teppichboden, flackernde Neonröhren und scheinbar endlose Büroräume. Viel mehr brauchte es nicht, um einen der faszinierendsten Internet-Horrormythen der vergangenen Jahre zu erschaffen. Aus einem einzelnen Bild entwickelte sich eine Creepypasta, daraus entstanden unzählige Geschichten, Spiele und Videos – und irgendwann landete das Phänomen bei A24 im Kino.

Mit dem Streamingstart von Backrooms am 25. September bei HBO Max beginnt für den Film nun die nächste Runde. Wer bislang nur irgendwo von den ominösen Backrooms gehört hat, muss dafür allerdings keine sieben Jahre Internet-Lore nachholen. Die Geschichte hinter dem Film ist fast genauso spannend wie der Film selbst.

Was sind die Backrooms überhaupt?

Die Geburtsstunde lässt sich ziemlich genau auf das Jahr 2019 zurückführen. Auf 4chan tauchte das Bild eines seltsam verlassenen Raumes auf: Gelbliche Wände, Teppichboden, Neonbeleuchtung, keine Fenster, keine Menschen. Dazu kam die Idee, dass man durch einen Fehler in der Realität – ähnlich dem „Noclip“-Cheat alter Videospiele – aus unserer Welt herausfallen und in diesen endlosen Räumen landen könnte.

Mehr brauchte das Internet nicht.

Aus dem Bild wurde eine gemeinschaftlich weiterentwickelte Horrorgeschichte. Nutzer erfanden Räume, Ebenen, Kreaturen und Regeln. Wikis entstanden, Reddit und andere Plattformen griffen die Idee auf und aus einem anonymen Posting entwickelte sich ein Mythos, der niemandem so richtig gehörte.

Dabei ist gerade die Einfachheit entscheidend. Die Backrooms brauchen kein Monster mit komplizierter Vorgeschichte und keine ausgefeilte Mythologie. Eigentlich reicht bereits der Raum selbst. Dahinter steckt ein Phänomen, das im Internet als „Liminal Space“ populär geworden ist. Gemeint sind Übergangs- oder Zwischenräume: Hotelflure, Einkaufszentren nach Ladenschluss, leere Schulen, verlassene Wartebereiche oder eben Büros, in denen eigentlich Menschen sein müssten.

Wir kennen solche Orte. Nur kennen wir sie nicht so: Ein menschenleeres Einkaufszentrum mitten in der Nacht kann deshalb unangenehmer wirken als irgendein gotisches Spukhaus. Unser Gehirn erkennt etwas Vertrautes und registriert gleichzeitig, dass etwas nicht stimmt. Genau mit diesem Widerspruch spielen die Backrooms.

Dann kam Kane Pixels

Der entscheidende Schritt vom Internetwitz zum modernen Horrorphänomen folgte Anfang 2022: war gerade einmal 16 Jahre alt, als er unter seinem YouTube-Namen Kane Pixels seinen Kurzfilm Backrooms (Found Footage) veröffentlichte. Darin stürzt ein Kameramann während eines Drehs plötzlich aus unserer Realität und findet sich zwischen den bekannten gelben Wänden wieder.

Parsons hatte dafür kein Hollywood-Studio und keine gigantische Crew zur Verfügung. Einen großen Teil seiner Welt erschuf er am Computer mit Blender und verband sie mit der Ästhetik alter VHS-Aufnahmen.

Das Ergebnis traf einen Nerv: Aus dem Kurzfilm entwickelte Parsons eine ganze Webserie und gab dem ursprünglich gemeinschaftlich entstandenen Mythos eine eigene Handschrift. Seine Backrooms waren nicht einfach nur eine Ansammlung merkwürdiger Räume. Parsons baute eine Geschichte um Experimente, Forschung und das mysteriöse Async Research Institute auf.

Vor allem verstand er aber etwas, das für Horror enorm wichtig ist: Nicht alles wird besser, wenn man es erklärt. Die Backrooms funktionieren gerade deshalb, weil wir nicht genau wissen, was sie sind. Die Vorstellung, irgendwo falsch abzubiegen und plötzlich an einem Ort zu landen, der nicht existieren dürfte, ist wirkungsvoller als ein Lexikoneintrag über Herkunft und Eigenschaften des nächsten Monsters.

Und die Zuschauer kamen. Parsons' erster Backrooms-Kurzfilm wurde millionenfach angesehen. Plötzlich hatte die abstrakte Internetidee ein Gesicht – beziehungsweise einen Regisseur.

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Vom YouTube-Video zum A24-Film

Hollywood brauchte nicht lange, um darauf aufmerksam zu werden: Besonders bemerkenswert ist, wie schnell alles ging. Parsons hat selbst erzählt, dass die ersten Gespräche über eine Spielfilmversion bereits ungefähr einen Monat nach dem Start seiner YouTube-Serie begannen. Der Jugendliche, der gerade noch zu Hause mit Blender seine virtuellen Horrorräume gebaut hatte, sollte plötzlich einen echten Kinofilm inszenieren.

A24 setzte dabei nicht einfach einen erfahrenen Regisseur auf den Stoff und bedankte sich beim ursprünglichen YouTube-Schöpfer für die Idee. Parsons durfte selbst Regie führen. Produziert wurde Backrooms unter anderem von James Wans Atomic Monster und Shawn Levys 21 Laps.

Und aus dem virtuellen Raum wurde ein ziemlich realer: Für den Film entstanden auf einer Soundstage rund 30.000 Quadratfuß Backrooms-Kulissen. Parsons plante Einstellungen weiterhin teilweise mit Blender vor – nur standen ihm jetzt echte Sets und Darsteller wie , und zur Verfügung.

Allein diese Entwicklung ist bemerkenswert: Ein Teenager erschafft am heimischen Rechner Videos über einen Internetmythos und wenige Jahre später baut Hollywood ihm die digitalen Räume als gigantisches Filmset nach.

Warum A24 damit einen Nerv getroffen hat

Dass ausgerechnet A24 bei Backrooms einstieg, erscheint rückblickend ziemlich logisch: Das Studio hat sich längst einen Namen mit Horrorfilmen gemacht, die weniger auf klassische Jump-Scare-Dauerbeschallung und stärker auf Atmosphäre, ungewöhnliche Konzepte und eine erkennbare Handschrift setzen. Die Backrooms liefern dafür nahezu ideales Material.

Gleichzeitig steht das Projekt für eine Entwicklung, die für das Genrekino noch interessanter sein könnte.

Früher suchte Hollywood Stoffe in Romanen, Comics, Videospielen oder älteren Filmen. Backrooms entstand dagegen direkt aus der digitalen Kultur. Es gibt keinen ursprünglichen Roman und keinen Autor, der irgendwann eine abgeschlossene Geschichte geschrieben hat. Der Mythos wurde gemeinschaftlich im Internet entwickelt und anschließend von Parsons in eine eigene Richtung weitergeführt.

Das ist gewissermaßen Horror-Folklore für eine Generation, die mit YouTube, Reddit, Memes und Videospielen aufgewachsen ist. Und genau deshalb wäre es vermutlich ein Fehler gewesen, daraus einfach einen konventionellen Monsterfilm zu machen.

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Funktionieren die Backrooms überhaupt über 111 Minuten?

Das war vor dem Kinostart schließlich die große Frage! Ein neunminütiger YouTube-Kurzfilm kann von Atmosphäre und einem einzigen starken Konzept leben. Ein 111 Minuten langer Spielfilm benötigt normalerweise etwas mehr.

Parsons löst das Problem, indem er seine Internetserie nicht einfach auf Spielfilmlänge streckt. Im Zentrum steht Clark, gespielt von Chiwetel Ejiofor, der im Keller seines heruntergekommenen Möbelgeschäfts eine Tür entdeckt, die eigentlich nicht existieren dürfte. Seine Psychologin Mary, gespielt von Renate Reinsve, wird schließlich ebenfalls in das Geheimnis hineingezogen.

Damit bekommt das Publikum Figuren, denen es durch diese Welt folgen kann, ohne dass Parsons den eigentlichen Reiz der Backrooms komplett erklären muss.

In unserer Moviebreak-Kritik zu Backrooms überzeugte uns genau diese Atmosphäre besonders. Der Film ist weniger eine zweistündige Geisterbahn als ein langsamer Trip in eine Welt, die gleichzeitig vertraut und vollkommen falsch wirkt.

Dass dabei am Ende sogar das Gefühl entsteht, gerne noch länger durch diese Räume gewandert zu sein, ist wahrscheinlich eines der größeren Komplimente, die man einer Verfilmung dieses Stoffes machen kann.

Warum der Backrooms-Hype größer als dieser eine Film ist

Vielleicht ist das Spannendste an Backrooms deshalb gar nicht, ob daraus nun das nächste große Horror-Franchise entsteht. Interessanter ist der Weg dorthin!

Ein anonymes Bild wandert durchs Internet. Fremde Menschen erfinden Geschichten dazu. Ein 16-Jähriger entdeckt darin seine eigene Version, baut sie mit kostenloser 3D-Software nach und erreicht damit Millionen Zuschauer. Hollywood wird aufmerksam – und anstatt lediglich die Idee zu übernehmen, lässt A24 genau diesen jungen Filmemacher daraus einen Kinofilm machen.

So entstehen normalerweise keine BlockbusterBackrooms zeigt aber, wie sehr sich die Orte verändert haben, an denen neue Filmideen geboren werden können. Der nächste große Horrorstoff muss nicht in einem Verlag oder einem Studio entstehen. Vielleicht liegt er längst irgendwo auf YouTube, TikTok, Reddit oder einem obskuren Imageboard und wartet nur darauf, dass jemand erkennt, was darin steckt.

Bei den Backrooms genügte dafür ursprünglich ein Foto von einem leeren Raum. Der Rest entstand in den Köpfen der Menschen, die hineingesehen haben.

Backrooms startet am 25. September bei HBO Max. Auf unserer Moviebreak-Filmseite findet ihr weitere Informationen zum Film sowie unsere ausführliche Kritik. Wer noch tiefer in die Entstehung und den Weg des Films eintauchen möchte, findet bei Moviebreak außerdem unsere bisherigen News rund um Kane Parsons und Backrooms.

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