Bildnachweis: © Sony | Motiv von "Evil Dead Burn

Horror-Streit bei Moviebreak: Bei diesen Filmen sind sich Redaktion und Community überhaupt nicht einig

von Thomas Repenning

Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten. Was natürlich Unsinn ist – schließlich wäre Moviebreak sonst ein ziemlich langweiliger Ort. Besonders zuverlässig gehen die Meinungen beim Horror auseinander. Was die einen für atmosphärischen, mutigen oder verstörenden Genre-Stoff halten, ist für die anderen zweistündige Geduldsprobe. Und manchmal feiert das Publikum ausgerechnet jene Filme, bei denen unsere Redaktion am liebsten selbst vor der Leinwand geflohen wäre.
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Zum Start in den Horror-Oktober haben wir deshalb einen Blick auf unsere Bewertungen geworfen und einige der größten Meinungsverschiedenheiten zwischen Moviebreak-Redaktion und Community herausgesucht. Dabei konzentrieren wir uns vor allem auf Filme der vergangenen beiden Jahre, erlauben uns aber ein paar besonders schöne ältere Streitfälle.
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Das Ergebnis zeigt: Bei Horror sind wir uns erstaunlich oft überhaupt nicht einig.
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Wenn die Redaktion begeistert ist – und ihr nur mit den Schultern zuckt

Den Anfang machen jene Filme, die bei unseren Kritikerinnen und Kritikern deutlich besser wegkamen als bei der Moviebreak-Community.
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Skinamarink – Redaktion 7,0 | User 5,2

Kaum ein Film eignet sich besser für diese Liste. Kyle Edward Balls experimenteller Horror verzichtet weitgehend auf klassische Erzählmechanismen und lässt zwei Kinder nachts in einem Haus zurück, in dem plötzlich Türen und Fenster verschwunden sind.
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Für unseren Redakteur Marco funktionierte das minimalistische Spiel mit Dunkelheit, Geräuschen und kindlichen Urängsten. Die Community zeigte sich wesentlich weniger beeindruckt. Satte 1,8 Punkte liegen zwischen beiden Wertungen. Wer bei Horror eine Geschichte und erkennbare Figuren benötigt, dürfte mit Skinamarink allerdings tatsächlich einen ziemlich langen Abend erleben.
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The Monkey – Redaktion 7,5 | User 5,8

Auch bei Stephen Kings mörderischem Spielzeugaffen herrscht Uneinigkeit. Die Kritik von Stu konnte der makabren Mischung aus schwarzem Humor, absurden Todesfällen und Horror einiges abgewinnen und vergab 7,5 Punkte.
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Bei euch reichte es lediglich für 5,8. Differenz: 1,7 Punkte. Offenbar war der spezielle Ton des Films längst nicht für jeden ein Volltreffer. 
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The Babadook– Redaktion 8,5 | User 6,9

Inzwischen gilt Jennifer Kents The Babadook vielerorts als moderner Genreklassiker. Moviebreaks siBBe war früh ziemlich begeistert: 8,5 Punkte.

Unsere User sehen das mit 6,9 Punkten deutlich nüchterner. Dabei ist der Babadook selbst ohnehin nur ein Teil des Horrors. Trauer, Überforderung und die schwierige Beziehung zwischen Mutter und Sohn machen den Film mindestens ebenso unangenehm wie sein Monster.

Vielleicht liegt genau darin die Spaltung: Wer klassischen Creature-Horror erwartet, bekommt etwas völlig anderes.
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Evil Dead Rise – Redaktion 8,0 | User 6,4

Kettensägen, Deadites und jede Menge Körperflüssigkeiten – eigentlich müsste hier doch Frieden zwischen Kritik und Publikum herrschen.
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Offenbar nicht.
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Lee Cronins Wiederbelebung der Reihe bekam von unserem siBBe starke 8,0 Punkte, während die Community bei 6,4 landete. Eine Differenz von 1,6 Punkten. Zumindest über den Fahrstuhl voller Blut dürften wir uns hoffentlich einigen können.
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Infinity Pool– Redaktion 7,5 | User 6,0

Brandon Cronenberg macht es seinem Publikum selten gemütlich. „Infinity Pool“ mit Alexander Skarsgård und Mia Goth bildet keine Ausnahme.
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​Lida belohnte den verstörenden Mix aus Identitätsverlust, Gewalt, Privilegien und zunehmend grotesker Eskalation mit 7,5 Punkten. Bei der Community waren es lediglich 6,0.
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Vielleicht ein klassischer Fall von „interessant“ und „möchte ich das wirklich noch einmal sehen?“ als zwei vollkommen unterschiedlichen Fragen.
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mother! – Redaktion 8,0 | User 6,6

Darren Aronofskys mother! ist praktisch dafür gebaut, Menschen gegeneinander aufzubringen.
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Jennifer Lawrence empfängt Gäste. Dann kommen weitere Gäste. Und irgendwann verwandelt sich ein Haus in einen religiösen, gesellschaftlichen und ökologischen Albtraum.
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Unser siBBe war mit 8,0 Punkten ziemlich angetan. Die Community blieb mit 6,6 deutlich reservierter.
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Dass ausgerechnet „mother!“ in einer Liste über kontroversen Horror auftaucht, dürfte vermutlich niemanden überraschen.
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Alpha – Redaktion 8,0 | User 6,6

Auch Alpha gehört zu den jüngeren Fällen, bei denen Moviebreak und Community deutlich auseinanderliegen. Während unsere Kritik von Lida starke 8,0 Punkte vergab, kommt der Film bei euch lediglich auf 6,6.
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Wieder 1,4 Punkte Unterschied – und damit genug Stoff für Diskussionen.
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Und manchmal sagt die Community: Was stimmt eigentlich mit euch nicht?

Jetzt drehen wir den Spieß um.
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Denn natürlich liegt die Redaktion keineswegs immer oberhalb der Userwertung. Einige Filme wurden von uns regelrecht auseinandergenommen und anschließend von euch zumindest teilweise rehabilitiert.
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Und hier werden die Unterschiede teilweise noch heftiger.
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Black Christmas – Redaktion 1,0 | User 3,8

Beginnen wir mit einem Massaker. Ein einziger Punkt.
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Viel vernichtender kann eine Moviebreak-Kritik von Jacko kaum ausfallen. Unsere Community sieht „Black Christmas“ zwar ebenfalls weit entfernt von einem Meisterwerk, kommt aber immerhin auf 3,8 Punkte.
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Das sind unglaubliche 2,8 Punkte Differenz und damit einer der größten Gräben unserer Auswahl.
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Vielleicht lautet die eigentliche Frage deshalb nicht, ob der Film gut ist. Sondern lediglich: Ist er wirklich SO schlecht?

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Five Nights at Freddy's 2– Redaktion 2,0 | User 4,6

Freddy Fazbear schafft etwas Bemerkenswertes: Selbst 4,6 Punkte wirken plötzlich wie eine Liebeserklärung.
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Unser Stu ließ an der Videospiel-Fortsetzung kaum ein gutes Haar und vergab gerade einmal 2,0 Punkte. Die Community ist mit 4,6 ebenfalls nicht begeistert, urteilt aber satte 2,6 Punkte milder.
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Damit gehört Five Nights at Freddy's 2 zu den deutlichsten Fällen von „Ihr hasst ihn – wir nur ein bisschen“.
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Lee Cronin's The Mummy – Redaktion 3,0 | User 5,6

Und da ist Lee Cronin wieder – diesmal allerdings auf der anderen Seite.
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Während Evil Dead Rise von unserer Redaktion wesentlich stärker bewertet wurde als von den Usern, passiert bei The Mummy genau das Gegenteil.
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Moviebreaks mye vergab nur magere 3,0. Die Community hingegen 5,6.
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Eine Differenz von satten 2,6 Punkten. Cronin dürfte damit der heimliche Gewinner dieses Specials sein: Egal welchen Horrorfilm er dreht, irgendeine Seite ist offenbar sauer.
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Until Dawn– Redaktion 3,0 | User 5,6

Auch die Videospielverfilmung Until Dawn spaltete Moviebreak deutlich.
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Stu, anscheinend kein Fan von Filmadaptionen von Horrorgames, kam gerade einmal auf 3,0 Punkte. Die Userwertung liegt dagegen bei respektableren 5,6 Punkten.
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Das macht den Film noch lange nicht zum Community-Liebling, zeigt aber sehr schön, wie unterschiedlich Erwartungen an Videospiel-Horror ausfallen können.
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Ready or Not 2 – Redaktion 3,5 | User 6,0

Jetzt wird es deutlicher.
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Unser Stu konnte mit der Fortsetzung offenbar wenig anfangen und vergab lediglich 3,5 Punkte. Die Moviebreak-Community sieht das ganz anders: 6,0 Punkte. 2,5 Punkte Unterschied.
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Damit gehört Ready or Not 2 zu den Filmen dieser Auswahl, bei denen man tatsächlich meinen könnte, Redaktion und User hätten zwei verschiedene Filme gesehen.
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Scream 7– Redaktion 3,5 | User 5,4

Ghostface kann vieles überleben. Offenbar auch eine Moviebreak-Kritik.
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Während unsere Stu, der übrigens großer Fan der Reihe ist (sein Nickname hat er vom ersten Teil!) Scream 7 mit lediglich 3,5 Punkten abspeiste, landet die Community immerhin bei 5,4.
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Keine überschwängliche Begeisterung, aber ein deutlicher Unterschied. Gerade bei langlebigen Horrorfranchises zeigt sich schließlich immer wieder, dass Fans andere Maßstäbe anlegen können als Kritiker.
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Evil Dead Burn– Redaktion 4,5 | User 6,5

Noch einmal Evil Dead, diesmal mit umgekehrten Vorzeichen. Bei Evil Dead Rise gewann die Redaktion mit 8,0 zu 6,4. Bei Evil Dead Burn gewinnt dagegen die Community deutlich: 6,5 gegenüber 4,5 Punkten.
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Zwei Filme aus demselben Franchise, zwei komplett unterschiedliche Verhältnisse zwischen Kritik und Publikum.
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Viel besser lässt sich eigentlich kaum demonstrieren, warum aggregierte Wertungen manchmal nur die halbe Geschichte erzählen.
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Der eigentliche Gewinner ist der Streit

Natürlich beweisen diese Zahlen nicht, dass eine Seite „recht“ hat. Genau das macht sie interessant.
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Besonders auffällig ist aber ein Muster: Experimenteller, unangenehmer oder formal ungewöhnlicher Horror landet in unserer Auswahl häufiger bei der Redaktion höher. Skinamarink, The Babadook, mother!, Infinity Pool oder The Monkey zeigen diesen Effekt ziemlich deutlich.
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Bei einigen Franchise-, Videospiel- und publikumsorientierten Horrorfilmen dreht sich das Verhältnis dagegen um. Five Nights at Freddy's 2, Until Dawn, Scream 7, Ready or Not 2 und The Mummy werden von der Community teilweise erheblich freundlicher aufgenommen.
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Vielleicht sind unterschiedliche Erwartungen dafür verantwortlich. Vielleicht unterschiedliche Vorlieben. Oder vielleicht liegt Moviebreak manchmal einfach komplett daneben.
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Welche Seite das jeweils ist, dürft ihr entscheiden.
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Bei welchem Horrorfilm liegt unsere Redaktion eurer Meinung nach am weitesten daneben? Und welcher von Kritikern gefeierte Horrorfilm ist für euch völlig überbewertet? Schreibt es uns in die Kommentare.

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