Inhalt
SPA WEEKEND ist eine Female-Buddy-Komödie über vier Freundinnen, die sich ein entspanntes Wellness-Wochenende in Palm Springs gönnen wollen. Sonne, Spa, Sekt – alles soll relaxt und harmonisch sein. Im Mittelpunkt des Films stehen Jane, Coco und Sophie – doch als ihre unberechenbare Freundin Mel auftaucht, entwickelt sich die geplante Auszeit zu einem turbulenten Abenteuer und schnell wird klar: Dieser Luxus-Trip wird alles andere als erholsam. Was folgt, ist ein chaotisches Wochenende voller Missverständnisse, verletzter Egos und überraschender Wahrheiten. Ihre Freundschaft wird auf die Probe gestellt – bis zum unvermeidlichen Breakdown.
Kritik
Kompakte R-Rated-Komödien im Kino zu erleben, ist in der heutigen Filmlandschaft eine absolute Seltenheit geworden. Man möchte ein solches Projekt im Vorfeld fast für den Mut umarmen, das klassische Genre wieder auf die große Leinwand zu bringen und es nicht kampflos Netflix und Prime Video zu überlassen. Wenn dann jedoch prominente Namen hinter der Kamera stehen, die für anarchischen Spaß bekannt sind, weckt das Erwartungen.
Doch im Fall von Spa Weekend schlägt der vermeintliche Befreiungsschlag in ein erzählerisches Niemandsland aus. Die Komödie von Jon Lucas und Scott Moore (Macher hinter der Hangover-Trilogie und den Bad Moms-Titeln) oszilliert zwischen klinischer Perfektion und totalem Stillstand, wodurch das Ergebnis im Fahrwasser der eigenen Ambitionen verhungert und am Ende kaum mehr als gediegenes Hintergrundrauschen für den nächsten verregneten Sonntag bietet.
Schon nach den ersten Filmminuten schleicht sich ein visuelles Unbehagen ein. Die Inszenierung erinnert optisch an eine unglückliche Mischung aus gehobener Kaufhaus-Werbung und einem Spot für feminine Hygieneartikel. Alles ist glattgebügelt, steril und in ein pastelliges Licht getaucht, das jede Form von Ecken und Kanten im Keim erstickt. Wenn ein angebliches Wellness-Wochenende der Freundinnen inszeniert wird, als gälte es, luxuriöse Immobilien zu vertreiben, bleibt die erdige, ungezwungene Komik auf der Strecke.
Talentverschwendung und bleierne Oberflächlichkeit
Das eigentliche Drama dieses Films liegt jedoch nicht in der generischen Ästhetik, sondern im unglücklichen Umgang mit seinem Ensemble. Es grenzt an cineastische Verschwendung, solch ein komödiantisches Kaliber derart zu unterfordern. Leslie Mann (Cha Cha Real Smooth), Isla Fisher (Die Unfassbaren 3 - Now You See Me) und Anna Faris (Scary Movie) gehören zu den präzisesten Leinwand-Komödiantinnen der Gegenwart. Ihr Timing ist legendär, ihre Leinwandpräsenz unbestreitbar. Doch das Drehbuch lässt sie auf offener Bühne verhungern.
Stattdessen stolpern die Figuren durch verbrauchte Klischees. Während Michelle Buteau (Happiest Season) als einzige PoC der Gruppe fast ausschließlich auf die Rolle der permanent gereizten Nervensäge abonniert wird, verheddert sich das Skript in plakativen Mustern. Der Humor offenbart dabei eine erstaunliche Verarmung: Wenn als komödiantischer Höhepunkt lediglich infantile anzügliche Sprüche bemüht werden, verwechselt dies platte Provokation mit echtem Witz. Ein paar willkürliche Sex-Zoten machen einen biederen Film eben noch lange nicht sexy oder subversiv.
Zwischen den hölzernen Dialogen blitzen zumindest vereinzelte nette Momente auf. Man merkt dem Projekt an, dass hier talentierte Köpfe am Werk waren (vor allem vor der Kamera), die gelegentlich durch die starre Struktur brechen wollen. Doch diese Lichtblicke versanden im nu. Die Botschaft des Films plätschert träge und reichlich belehrend im Hintergrund vor sich hin, während über allem eine bleierne, brave Oberflächlichkeit thront. Dieses Spa Weekend ist eher einschläfernd als erholsam.
Fazit
Hochkarätiges Ensemble, Null Wirkung: Diese R-Rated-Komödie erstickt im sterilen Hochglanz-Look. Statt wildem Humor gibt es nur abgestandene Klischees, müde Zoten und eine trantütige Moral.
Autor: Sebastian Groß